Liebe Freunde der Galerie und alle, die es werden wollen!
Wir möchten Sie über die Aktivitäten der Galerie informieren und Sie herzlich zu den kommenden Ausstellungen einladen.

Liebe Kunstfreunde,

es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, dass Sie nichts mehr von mir gehört haben…

Am 18. Februar kam ich aus MARIPOSA zurück – viel später als eigentlich beabsichtigt. Wie Sie sicher wissen, befindet dort mein 2. Lebensmittelpunkt sowie das gemeinsame Lebenswerk meines verstorbenen Mannesund von mir. Die Liegenschaften dort müssen in den Generalbebauungsplan von Arona aufgenommen werden, der – oh Wunder – Anfang Januar endlich in Angriff genommen werden sollte. Also hatte ich keine Wahl, ich musste meine Rückreise verschieben, was mir aber auch ganz recht war, denn seit Mitte Dezember hatte ich eine sehr hartnäckige Bronchitis, die einfach nicht weggehen wollte (vielleicht war das schon eine Corona-Infektion, keine Ahnung).

Zurück in Stuttgart, kam dann Covit-19 auch hier her. Am 2. März traf ich meinen langjährigen Sammler und Freund Helmut Nanz zum Mittagessen, nicht ahnend, dass dies das letztemal sein würde. denn kurz darauf hat ihn die Krankheit hart getroffen und am 15. April ist er ihr erlegen. Dieser Verlust lähmte mich und machte mich wochenlang fassungslos.

Es war mir in den darauf folgenden Monaten einfach nicht möglich, mich mit neuen Ausstellungsprojekten zu befassen. Die Corona-Epidemie zwang mich in Quarantäne… Nicht  nur die, sondern natürlich auch die vielen politischen und sozialen Herausforderungen und wie wir weltweit damit umgehen, haben etwas geschafft, wovor ich fast ein Leben lang bewahrt geblieben bin. Mein Zutrauen und meine festen Überzeugungen von der Sinnhaftigkeit meines Tuns –als Galeristin oder Verantwortliche für das Kulturprojekt MARIPOSA – kamen komplett ins Wanken.

Ob die Flüchtlingssituation, für die in Europa – ja weltweit– noch immer keine Lösung in Sicht ist. Ob Corona – wo selbst die Wissenschaft keine konkreten Angaben machen kann oder gar medizinische Gegenmittel hat.  Ob die Milliarden – Billionen, die in die Wirtschaft gepumpt werden und die Politik die „Staatsraison“ bemüht, wenn Unternehmen wie der Deutschen Bahn, der Lufthansa oder z. B. den Automobilbauern mit gigantischen Summen geholfen wird, nachdem die Profite Jahrzehntelang in die Taschen von Vorständen und Aktionären geflossen sind. Ob die skandalösen Zustände in der Fleischwirtschaft – der Nahrungsmittelindustrie – die Missachtung des Tierwohls – die zögerliche Umsetzung der Klimaschutzziele zugunsten von Kohle und Stahl – wie soll die menschliche Psyche all das alles verkraften?! – Rechtsruck – gewalttätige Übergriffe auf Politiker – Aufmärsche und Wandalismus der Verschwörungs-Theoretiker, die einen fassungslos machen, aber last but not least die Frage, wo vor diesem ganzen Hintergrund die „Kultur“ bleiben wird?  

Was machen denn jetzt die Künstler? Was die Galerien? Das erste, was den Politikern sofort dazu hätte einfallen müssen, wäre die Wiedereinführung des früheren MwSt.-Satzes von 7 % für Bilder und Skulpturen…

Logiken wie hier in BW, dass Galerien nur in dem Umfang Kreditgarantien beantragen können, wie sie im Mai diesen und letzten Jahres Umsätze erzielt haben…  Wer von uns setzt denn jeden Monat etwas um? Wer in der Bevölkerung kann unter solchen psychischen Umständen überhaupt daran denken, Kunst zu kaufen!?

Man könnte noch viele Themen aufzählen, wo wir als Gesellschaft, als Individuen die Politik unterstützen sollten, damit man sich dort auch traut (vor allem angesichts der 2021 bevorstehenden Wahlen nach dem Ausscheiden von Frau Merkel ), den notwendigen Kurswechsel nicht nur zu beschwören, sondern auch in die Tat umzusetzen.  Privat initiierte Projekte wie unser Kulturprojekt MARIPOSA gehören hier hin, sie können an diesem Punkt Bewusstsein schaffen und ein Angebot sein, von dem wir bereits 1984 wussten, dass die Menschen sieeines nicht fernen Tages dringend brauchen würden…

Für Sie, die Sie sich für meine Arbeit interessieren, musste das alles einmal gesagt werden.

Trotz allem habe ich habe mir endlich wieder einen „inneren Ruck“ gegeben und mich entschlossen, auf die Kunst zu vertrauen, die für mich und meine Entwicklung in geistig-ästhetischer Hinsicht so unabdingbar gewesen ist und sie auch als Galeristin nicht länger zu vernachlässigen.

Deshalb zeige ich In der Senefelderstraße 97 seit Dienstag, dem 22. September 2020 meine neue Ausstellung POESIE UND TOD Eine Accrochage mit Fotokunst verschiedener Künstler der Galerie wie:

Anna + Bernhard Blume, meinem vor kurzem verstorbenen Freund Uwe Seyl, der Aachener Künstler Barbara  + Michael Leisgen, Nils-Udo, der koreanischen Video-Künstlerin Aiyoung Yun, Klaudia van Koolwijk, Miron Schmückle, Peter Hutchinson und dem belgischen Künstler Teun Hocks.

Die parallel gezeigte Kabinett-Ausstellung „Boatspeople“ mit Fotos des portugiesischen Künstlers Carlos Palma, der 2006 Artist in Residence auf MARIPOSA war, lässt spürbar werden, was die Flüchtlinge – nach glücklicher Landung auf den Kanaren gelitten haben und wie „wir“ – die „Retter“ – mit Menschenrechten umgehen. Angesichts der noch immer europaweit nicht geklärten Lage der Flüchtlinge heute, soll diese Ausstellung uns erinnern…


Vorherige Terminvereinbarung per Mail oder Telefon ist leider erforderlich wegen der geltenden Vorschriften.

Ich freue mich auf Ihren Besuch. Helga Müller

Besondere Gärten auf Teneriffa

In der Reihe ,MDR-Garten‘ brachte das Fernsehen des MDR einen sehr schönen, aussagekräftigen Film über besondere Gärten auf Teneriffa. Die letzten fünf Minuten sind MARIPOSA gewidmet – jedoch empfehlen wir den ganzen Beitrag, der allen – egal wie gut sie die Insel kennen mögen – noch viel wunderbar Neues zeigt.

Die Sendung ist in der Mediathek des MDR bis 19.10.2020 unter dem folgenden Link abrufbar:

https://www.ardmediathek.de/mdr/shows/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kZXJlaWhlbi9lNWUwYzA3MS1kZWJiLTQ0YmUtYjUwMy0xNzc3NmRmZDc5ZGI/mdr-garten

Kunstmagazin „Sonnendeck“

Im Januar 2020 war das Sonnendeck-Team – Mario Strzelski, Hansjörg Fröhlich und Christian Müller Steeneck für eine Woche auf MARIPOSA. Alle waren so begeistert vom Kulturpark MARIPOSA, dass sie fast die komplette März-Ausgabe damit „gefüllt“ haben.

Für alle, die jetzt keine Gelegenheit mehr sehen, das Heft irgendwo selbst mitzunehmen, veröffentlichen wir hier den MARIPOSA-Beitrag als pdf.

Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen! Vielleicht – wenn wir alle in nicht zu ferner Zukunft die Coronas-Epidemie hoffentlich wieder gesund hinter uns haben – kommen Sie dann selbst einmal nach Teneriffa und erholen sich in diesem Paradies vom derzeitigen Stress!

Die Galerie Strzelski – ein Stuttgarter Kollege von mir – bringt monatlich dieses besondere Kunstmagazin heraus, das in vielen Galerien und Museen in und um Stuttgart als auch in großen Sammlungen dem Publikum kostenlos zur Verfügung steht.